Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe
Diese Weisheit ist im Neuen Testament (1. Korinther 16 Vers 14.) zu finden und seine Wirkung auf uns läßt sich wissenschaftlich belegen.
Wenn wir Alltagstätigkeiten (wie Kochen, Gehen, Zähneputzen oder eben Spülen) verlangsamen und in einer Haltung des Wohlwollens und der Liebe machen, zwingen wir unser Gehirn aus dem Autopiloten-Modus heraus. Der Sympathikus (der Teil des Nervensystems, der für „Flucht oder Kampf“ und Stress zuständig ist) fährt herunter, während der Parasympathikus („Entspannen und Verdauen“) aktiviert wird. Das senkt den Cortisolspiegel und den Blutdruck.
Das Phänomen, alltägliche Routinen bewusst zu entschleunigen, um Stress abzubauen, wird in der Wissenschaft meist unter den Begriffen „informelle Achtsamkeitspraxis“ untersucht. Anstatt extra zu meditieren, nutzt man dabei die Verlangsamung und sensorische Fokussierung bei normalen Garten-, Haushalts- oder Alltagsarbeiten.
Die wohl bekannteste und am häufigsten zitierte Studie genau zu diesem Thema stammt von der Florida State University und untersuchte das bewusste Abwaschen von Geschirr.
Titel der Studie: Washing Dishes to Wash the Dishes: Brief Instruction in an Informal Mindfulness Practice (2015)
Autoren: Adam W. Hanley, Alia R. Warner, Vincent M. Dehili, Angela I. Canto & Eric L. Garland.
Das Experiment & die Ergebnisse
Die Forscher untersuchten an 51 Studenten, ob eine alltägliche, oft als lästig empfundene Pflichtaufgabe – das Geschirrspülen – als informelle Meditation dienen kann, wenn man sie entschleunigt, aufmerksam und liebevoll ausführt.
- Der Ablauf: Eine Gruppe erhielt die Instruktion, sich beim Spülen vollkommen auf die sensorischen Reize zu konzentrieren (den Geruch des Spülmittels, die Wärme des Wassers, die Form und das Gefühl des Geschirrs in den Händen) und die Bewegungen bewusst auszuführen. Die Kontrollgruppe spülte einfach nur „normal“ ab.
- Das Ergebnis: Die Gruppe, die die Tätigkeit entschleunigt und achtsam ausführte, zeigte signifikante psychologische Verbesserungen:
- 27 % weniger Nervosität (Stressreduktion).
- 25 % mehr mentale Inspiration (gesteigerte Kreativität/Klarheit).
- Zudem veränderten die Probanden ihre Zeitwahrnehmung – die Zeit wurde als „angenehm gedehnt“ wahrgenommen. Die Kontrollgruppe zeigte keinerlei dieser positiven Effekte.
- Direkter Link zum Fachjournal (Springer): Washing Dishes to Wash the Dishes (DOI: 10.1007/s12671-014-0360-9)
- Frei zugänglicher Volltext (ResearchGate): Volltext auf ResearchGate
Wie Hochsensible die Welt wahrnehmen
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind nach aktuellem Forschungsstand hochsensibel. Betroffene haben Schwierigkeiten, mit alltäglichen Gerüchen, Geräuschen und zwischenmenschlichen Beziehungen zurechtzukommen. Sie fühlen sich schneller gestresst als andere und flüchten sich in ungesunde Abschottungsstrategien. Sie haben aber auch ganz besondere Fähigkeiten. Das Konzept gilt als umstritten und wird deshalb intensiv wissenschaftlich erforscht.
Zur Einführung in das Thema und zum Selbsttest, empfehle ich das Buch von Elaine Aron: „Sind Sie hochsensibel?“
Wut: Vom Umgang mit einem schwierigen Gefühl

Es ist eine mächtige Emotion: Wut kann unser Gefühlsleben durcheinanderbringen, aber uns und unsere Gesellschaft auch in Bewegung versetzen. Eine «NZZ Format»-Doku auf der Suche nach dem richtigen Umgang mit Wut.
https://www.nzz.ch/panorama/die-wut-und-der-umgang-mit-dem-explosiven-gefuehl-ld.1682255
Psychiatry Needs to Get Right with God
By not making more of an effort to incorporate spirituality in treatment, we are doing a disservice to patients
Weiterlesen im -> Scientific American

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Je achtsamer der Chef, desto besser das Team
„Je achtsamer Chefs sind, so fand die gleiche Arbeitsgruppe heraus, umso besser ist die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter, umso höher deren Leistungsfähigkeit und umso geringer das Risiko, dass sich die Betroffenen emotional erschöpft fühlten oder Fehler machten“
Teilnehmer an Achtsamkeitskursen müssen jedoch auch über deren mögliche Nebenwirkungen informiert werden und sollten nicht ohne psychotherapeutische Beratung mit ihren Erfahrungen alleingelassen werden.
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